Pressemitteilung
Garant für erfolgreiche Sicherheit im Unternehmen: Die Fachkraft für Arbeitssicherheit als wirksamer und erfolgreicher Kooperationspartner im betrieblichen Arbeitsschutz – Erste Ergebnisse der Sifa-Langzeitstudie (2004-2011) liegen vor
Die interdisziplinäre Forschungsgemeinschaft "Sifa-Langzeitstudie" unter der Leitung von Prof. Dr. Trimpop (Universität Jena) erforscht im Auftrag der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) im Rahmen einer Acht-Jahres-Längsschnittstudie in Form einer repräsentativen Online-Befragung eingehend das Berufsbild der Fachkraft für Arbeitssicherheit.. An der europaweit einmaligen Studie haben sich in den letzten zwei Jahren bereits mehr als 1800 Fachkräfte, die ein modernes Arbeitsschutzkonzept in der "neuen" Sifa-Ausbildung erfahren haben, aktiv beteiligt.
Obwohl einige Studienteilnehmer erst seit relativ kurzer Zeit ihre Tätigkeit ausüben und in ihrem Arbeitsalltag mit zum Teil komplexen Anforderungen konfrontiert werden, erweisen sie sich sowohl hinsichtlich guter Arbeitsbedingungen und dem Erreichen wirtschaftlicher Ziele in mindestens vier Feldern als nützlich und effizient. Fachkräfte für Arbeitssicherheit stiften betrieblichen Nutzen, verbessern die Arbeitsschutzorganisation- und kultur, reduzieren Gefährdungen und unterstützen die menschengerechte Arbeitsgestaltung.
Die Wirksamkeit der Fachkräfte ist von der Betriebsgröße unabhängig. Auch in Klein- und mittelständischen Unternehmen können insbesondere hoch engagierte Fachkräfte für Arbeitssicherheit - in Zusammenhang mit einer förderlichen Sicherheits- und Gesundheitskultur – eine hohe Wirksamkeit erreichen, die der von Fachkräften für Arbeitssicherheit in Großbetrieben in keinster Weise nachsteht.
Kooperation ist ein qualitätsbestimmendes Merkmal für die Wirksamkeit von Fachkräften für Arbeitssicherheit. Besonders erfolgreiche Fachkräfte zeichnen sich aus durch einen Arbeitsstil mit einer hohen "kooperativen Zielorientierung" sowie durch eine hohe Identifikation mit ihrer Rolle und ihrer Tätigkeit aus. Erfolgreiche Fachkräfte für Arbeitssicherheit haben und nutzen die Möglichkeit zur direkten und regelmäßigen Zusammenarbeit mit der Geschäfts- bzw. Betriebsleitung. Und selbst im Rahmen eines stark ausgeprägten Arbeitsschutzmanagementsystems entfaltet die Fachkunde der Fachkräfte positive Wirkung und steigert den Erfolg des Systems noch um ca. 30%. Vorhandene präventive Potenziale werden so besser ausgeschöpft und garantieren den betrieblichen Nutzen.
"Die modernen und wirksamen Herangehensweisen der Sifas korrespondieren mit den Zielen der neukonzipierten Ausbildung für Sicherheitsfachkräfte. Den Absolventen werden Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen so vermittelt wird, dass diese nach Abschluss in der Ausbildung direkt in der Lage sind, nicht nur technisches Know-how zu haben, sondern das erworbene Wissen im betrieblichen Alltag auch erfolgreich umzusetzen", so Dr. Winterfeld, der Projektverantwortliche der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.
Die Studie zeigt auch noch bestehende Optimierungspotenziale im Handeln der Fachkräfte auf. So zeigt sich, dass der überwiegende Anteil der befragten Fachkräfte die Bedeutung von aktuellen Wandlungsprozessen in Wirtschaft und Gesellschaft (z.B. Globalisierung, Deregulierung der Regelwerke, neue Informations- &-Kommunikations-Technologien) für ihre Tätigkeit als hoch einschätzt. Doch nur ein geringer Anteil fühlt sich in den entsprechenden Themenbereichen bereits ausreichend fit. Hier sind die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sowie die jeweiligen Berufsverbände gefordert, entsprechende Weiterbildungs- und Unterstützungsangebote zu entwickeln, damit die Fachkräfte die Betriebe wirkungsvoll unterstützen können, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandlungsprozesse zu bewältigen.
Als europaweit erstmalige Längsschnittbegleitung einer spezifischen Berufsgruppe über acht Jahre wird es möglich, den Professionalisierungsprozess zu verfolgen und eingehend zu analysieren. "Mit dieser einzigartigen Langzeitstudie haben wir die Chance, den Wandel in den Unternehmen und in den Anforderung und der beruflichen Tätigkeit der Fachkräfte für Arbeitssicherheit systematisch zu analysieren und aufzuzeigen, wohin der Trend geht", beschreibt Prof. Trimpop das Potenzial der Studie. "Wir gehen davon aus, dass die Ergebnisse vielen Betrieben die Chance bieten, frühzeitig Entwicklungen vorzubereiten und wirksame Arbeitsschutzkonzepte zum Nutzen der Mitarbeiter und Betriebe präventiv einzuführen." Weitere aufschlussreiche Ergebnisse erwartet das Forschungsteam um Prof. Trimpop von vertiefenden Studien zum Tätigkeitsfeld der Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die die Gründe für den Erfolg und Misserfolg näher erfassen, vor allem aber auch die anderen Akteure im Arbeitsschutz, wie Führungskräfte, Betriebsräte und Betriebsmediziner in die Ursachenanalyse einbezieht. Die nächsten beiden Erhebungswellen werden dann verdeutlichen, ob und wie sich die generellen gesellschaftlichen Trends im Arbeitsschutz nicht nur niederschlagen, sondern aktiv in Erfolgskonzepte umgewandelt werden.
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